Peter Handke UNTERTAGBLUES
Süddeutsche Zeitung, 26. April 2007 Du Monolog du!
Nun hat sich der hellgeistige Melancholiker Jörg Hube, eine Idealbesetzung zweifellos, unterstützt von Regisseur Burchard Dabinnus, diesen Parforceritt vorgenommen und daraus einen luziden Trip in die Eingeweide einer empfindsamen Seele gemacht. Im fahlgelb gekachelten U-Bahn-Ambiente von Claudia Karpfinger hockt er zunächst seitwärts in sich gekrümmt auf seinem Sitz, ein Wegseher noch, der das Frontale vermeidet und sich um so vehementer in seine Suada verkrallt. Erst allmählich puscht er sich vom verdrucksten Weltekel zur befreienden Attacke mit haltlos absurden Vorwürfen und Verwünschungen. (…) Erst der Auftritt der Wilden Frau in Gestalt der resoluten Sarah Camp, die ihm mit mütterlicher Klarheit die Leviten ließt, stillt am Ende seinen ungehemmten Redefluss, indem sie ihn ihrerseits trefflich schimpfend zum Schweigen und back on the road bringt. Mal wieder ein großer Abend an einem der kleinsten Münchner Theater! Silvia Stammen
Abendzeitung, 26. April 2007 Verdammt zur Einsamkeit
Gekachelte Wände, eine gepolsterte Bank, kaltes Licht: Claudia Karpfingers Bühne schafft schäbige Untergrund-Atmosphäre. Und Jörg Hube lässt aus Aggression, Polemik und Hasstiraden allmählich die Verbitterung eines zutiefst Einsamen spürbar werden, seine Sehnsucht nach Schönheit und Unschuld. Er raunzt, ätzt und grantelt, geht ins Publikum oder wendet sich ironisch an die auf der Bühne sitzende Souffleuse (Isabel Kott). Mal herrscht er den Musiker an, der den Monolog mit aberwitzigen, zarten Klängen akzentuiert: Virtuos Ardhi Engl. (…) Damenhaft, mit sanftem Spott zahlt ihm Sarah Camp als Wilde Frau alle Bosheit heim und verdammt ihn zu ewiger Einsamkeit. Regisseur Dabinnus und Hube legen brillant auch die Poesie des Textes frei und halten eine vibrierende Dauerspannung. Gabriella Lorenz
Münchner Merkur, 26. April 2007 Grimm und Grant
Dass der "Herzkasperl" und Staatsschauspiel-Star Jörg Hube so nah zu erleben ist, sich rückhaltlos dem Monolog aussetzt, ist ein Geschenk: Dieser Mann nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise in seinen eigenen löchrigen, düsteren Untergrund. (…) Als er richtig in Fahrt war, wünschte man sich ein Tagesticket für die U-Bahn. Doch da hatte schon Sarah Camp als "Wilde Frau" den Misanthrop mit einer saftigen Gegenbeschimpfung erlöst. Christine Diller
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