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>> RIPPEN/  WÄNDE von Ivana Sajko

Süddeutsche Zeitung, 29. November 2008 Beklemmende Studie Die Braut (Julia Loibl) wartet in der Kneipe, im Foyer des TamS. Auf leise Art ist sie hysterisch, lacht eigenartig, trinkt Schnaps aus einem Benzinkanister. Sie spricht von zerfetzten Leibern, Minenwerfer zersprengten ihre Hochzeit. Man hat Angst um sie, auch wegen ihres bizarren Kicherns. Sie ist nah am Tod. Sie ist schön. Sie wird allein bleiben.
Drinnen, im Theaterraum … hockt der Bräutigam, den Wiedermann von einer Frau, Nicole Lohfink, darstellen lässt. Erhöhung der Zerbrechlichkeit. Neben ihr ein Wächter, ein anfangs stummer Gewaltmensch (Adam Markiewicz). Wiedermann macht aus Sajkos Stück "Rippen / Wände" eine beklemmende Studie gegenseitiger Abhängigkeit.

tz, 11. Oktober 2008 Fragen ohne Antworten … da spielt Julia Loibl großartig und sehr intensiv eine verlassene, vielleicht auch schon verwitwete Soldatenbraut, säuft sich von Schnapsglas zu Schnapsglas durch Schrecken und Elend des Krieges. Da ist Wiedermanns Regie-Handschrift zu erkennen, einen Raum virtuos theatral zu nützen, ein Schicksal in Bild-Metaphern sinnlich greifbar zu machen.
 

 

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