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SOFORT HEIRATEN! von Beate Faßnacht
Süddeutsche
Zeitung, 28. Februar 2009 Aufruf zur Emanzipation
...Sofort heiraten klingt nach einem Rat, den man vor
Jahrzehnten einem Mädchen "in Schwierigkeiten" gab. Und doch
ist es auch die aktuelle Losung vieler junger Paare, die
durch nichts auf der Welt gezwungen wären, vor den Altar zu
treten, sondern freiwillig auf die Werte ihrer Großeltern
zurückgreifen. Das Stück von Beate Faßnacht hält dagegen,
als Beziehungskomödie abseits der üblichen Klischees von der
Schuhverkäuferin und dem Rückwärtseinparker. Als
grotesk-komisches Theater, das sich erfreulich böse und
rasant gegen die Geisteshaltung wehrt, dass Heiraten und
Gebären die wahre Bestimmung der Frau sind.
Abendzeitung,
3. März 2009 Wer isst den letzten Happen? Die Emi
will nicht, dass das Essen "anbabbt" und hält deshalb
auffordernd der Rosi immer noch den letzten Happen hin. Der
Franz will die Rosi heiraten, und zwar gleich morgen. Die
will aber erst übermorgen oder vielleicht gar nicht oder
vielleicht lieber den Ernst, mit dem sie möglicherweise noch
verheiratet ist, nur ist der Ernst jetzt mit der Emi
verbandelt. In ihrer Radikalkomödie "Sofort heiraten" hetzt
die Konstanzer Autorin Beate Faßnacht zwei Paare über Kreuz
in einen skurrilen Beziehungsclinch, der alle Familien- und
Liebesklischees ad absurdum führt. Cornelius Gohlke
inszenierte im TamS eine witzige Groteske. …und hat den
Familien-Albtraum rasant und präzise mit viel Komik
choreografiert.
Münchner Merkur, 28. Februar 2009 Orgien auf der
Spielwiese Eine beeindruckend ideenreiche
"Radikalkomödie" ist Autorin Beate Faßnacht gelungen. Diese
Bezeichnung trifft es genau. Radikal, derb, unerschrocken
und chaotisch ist ihre Beziehungsstudie ausgefallen… Der
bürgerlichen Gesellschaft wird im Doppelsinn ein riesiger
Spiegel vorgehalten und so die Scheinheiligkeit und
Unsicherheit erwachsener Menschen entlarvt.
tz, 2. März
2009 Der Spaß am Familien-Albtraum Im TamS
inszenierte Cornelius Gohlke mit vier Schauspielern in
komödiantischer Hochform – Catalina Navarro Kirner, Judith
Riehl, Lorenz Claussen und Hannes Liebmann – ein absurdes
Spiel im bürgerlichen Wohnzimmer, das gängige Klischees um
Liebe total auf den Kopf stellt. Überdreht in eine Groteske,
in der sich die Protagonisten mal wie Becketts Sinnsucher,
dann wieder wie Woody Allens Stadtneurotiker verhalten, wird
auf der Bühne ein witzig choreografiertes Dramolett
entfesselt. Von konventionellem Geplauder kippt die
Konversation in heftige Aggression, ausgeflippten Tanz und
komische Pantomime. …
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