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>> OIF A SUNIGEN WEJG von Susanne Weinhöppel

Süddeutsche Zeitung Augenzwinckernd melancholisch Die nächsten zwei Stunden werden Sie nun nicht mehr an Ihre Probleme denken. "Denn es wird nur mehr um meine gehen“, stimmt Susanne Weinhöppel ihr Publikum ein. Mit humorvollen Spekulationen, warum Deutsche und Juden sich so selten miteinander wohl fühlen, leitet die Chansonette von einem jiddischen Lied zum nächsten über.

Die Harfe spielt sie mit vollem Körpereinsatz. Sie greift in die Saiten, streichelt sie sanft, entlockt ihnen verspielte, schwermütige Klesmermelodien und verschmilzt mit ihrem Instrument, während sie die süßen Lieder ihrer Ahnen singt. Dabei durchlebt sie jedes einzelne. Bei einem Schlaflied zeichnen sich mütterliche Sorgenfalten auf ihrem Gesicht ab. Schelmisch blitzen die Augen wenn sie „achtzig er un sibezig si“ anstimmt - der amüsante Streit eines Paares, wer von ihnen 80 und wer 70 Jahre alt sei. Ab und zu zieht es im Herzen, wenn man Susanne Weinhöppel zuhört. Und so wippt der Fuß beim Gassenhauer „Baj mir bistu schejn“ im Takt, während sich in der Brust eine Sehnsucht ausbreitet von der man nicht weiß, woher sie kommt und wohin sie einen zieht.

Abendzeitung Harfe und Gewehr. ..Als Sängerin und Harfenistin ist Susanne Weinhöppel eine emotional bewegende Interpretin, ob sie ein mutterherzwarmes Wiegenlied singt oder die verbitterte Anklage eines „Krigsinvalid“. Der Krieg ist bei diesem sich niemals in gefälliger Folklore verlierenden Liederabend stets präsent. Immer wieder posiert Weinhöppel mit dem Maschinengewehr, das ihre Freundlichkeit und die Schönheit der Harfe dramatisch kontrastiert.

tz Am Sturmgewehr Harfe und Kalaschnikoff, Kampfansage und Schmeichelton am Himmelsinstrument - Susanne Weinhöppel liebt die Gegensätze. .....Da erklingt die Hymne vom Warschauer Ghettoaufstand ebenso wie Liebes- und Kinderlieder, aber auch die urdeutsche Loreley und ein Mozartlied werden in schönstem Jiddisch gesungen. Was heißt gesungen - geschluchzt, gestöhnt, gehaucht mit melancholischem Flor, mal mit laszivem Augenaufschlag, dann wieder mit Sturmgebraus.

Sie packt ihr Publikum mit einer ausgefuchsten Mischung aus jüdischen Anekdoten und Geschichten, Witzen und kritischen Gedanken über Israel und das „internationale Finanzjudentum“. Doch sie nimmt dem Publikum alle Ängste, spricht gängige Vorurteile mutig und selbstironisch an  - und verführt mit ihrer unglaublich variantenreichen Stimme ebenso wie mit der starken Bühnenpräsenz einer rothaarigen Naturschönheit.

 

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