Glanz ist in der kleinsten Hütte

 


 

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Anton Prestele BIRNBAUM SO BLAU JUCHHE

Süddeutsche Zeitung, 12. November 2012 Lehrstunde von Sabine Leucht
(…) Zwei Männer auf der Intensivstation. Einer davon ganzkörperbandagiert. Der zweite scheint äußerlich intakt zu sein und so abgeklärt, daß er viel lacht und noch mehr doziert: Über das Sich-Abfinden mit der Sterblichkeit etwa oder das „Leben bis zum Schluss“, das in der Palliativmedizin schon praktiziert werde. (…) Seine Figur ist mit Ihrem Wissen über Alzheimer und Patientenverfügungen medizinisch und juristisch up to date, ruft aber auch Philosophie und Natur als Fürsprecher des unverkrampften Umgangs mit dem Unabwendbaren auf. (…) Sein Kollege Christian Buse, der als bayerischer Genussgrantler die Lacher auf seiner Seite hat, (…) legt in seine allein sichtbaren Augen viel ulkige Wut hinein über den „rechten Pfusch“ der endlichen Existenz (…)

Abendzeitung 12. November 2012 Was Lustiges vom Sterben von Gabriella Lorenz
Die valentineske Kammeroper von Anton Prestele (…) Den Birnbaum pflanzte man einst auf Gräber – aber in dem Münchner Volkslied steht er in all den strophischen Verästelungen vom Zweigerl bis aufs Nesterl eher für Neuanfänge. Um diese Spannweite geht’s Prestele. Seine Protagonisten sind Clowns. Der fast schon als Mumie verpackte Christian Buse macht den prollig dummen August, sein stoischer Bettgenosse Lorenz Claussen ist trotz seines Intellekts nicht unbedingt klüger. „Geht die Angst vom Reden weg?“ fragt auch er sich. Die Dialoge sind witzig und bairisch-lakonisch – Karl Valentin schwebt über allem.

Theaterkritiken.com,  12. November 2012 Baum des Lebens von C.M. Meier
(…) Wie absurd die unbeantwortbare Frage nach dem Sinn ist, wird in den Weisheiten aus der Volksseele hörbar, die immer wieder im Frage- und Antwortspiel auftauchten. Was sonst durchaus als Plattheit daherkommen kann, traf in diesem Zusammenhang angeführt den Kern. Der Sklaverei der Angst und ihren unzähligen Erscheinungsformen zu entkommen, ist ein grundlegendes Anliegen. In einer Zeit, in der sich die Medizinindustrie einen Tanz macht aus den Schwächen der menschlichen Körper und der Heils- und Bereicherungswahn zunehmend an eben diesen Schwächen die ehemals einvernehmlich gesetzten ethischen Grenzen aufgelöst hat, ist es sinnvoll selbst Grenzen zu definieren. Das setzt Bewusstwerdung voraus. Anton Prestele gelang eine solche Auseinandersetzung auf feinfühlig künstlerische Weise. (…) Ein Vorgang, wie er kaum noch auf Bühnen stattfindet, Seltenheitswert hat! (…) Lassen auch Sie sich anregen und bereichern von dieser Kammeroper.

 

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