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BRANDSTIFTEREI frei nach Biedermann und die Brandstifter von Max Frisch

Abendzeitung 30.05.14 Lehrstück ohne Lehre und Leere(…)

Im TamS-Vorgarten kann man vom Bauchladen Streichhölzer für 5 Euro kaufen, aber der Feuerwehrchor versichert singend seine Omnipräsenz. Gezündelt wird erst auf der Bühne – da fackeln Regisseur Lorenz Seib und sein prächtiges Ensemble mit „Brandstifterei“ nach Max Frisch ein groteskes Slapstick-Feuerwerk ab. In der komplett gepolsterten Wohnlandschaft (Bühne: Claudia Karpfinger) mit Kamin und Kletterstangen zum Dachboden tobt schrille Action. Mit artistischem Körpereinsatz rennt der Hektiker Biedermann die Wände hoch, fällt seine Frau erschreckt aufs Sofa, stolpert das Dienstmädchen über die eigenen Füße (…) . Vorgarten, Flur und Speicher sind videoüberwacht, vier Monitore zeigen alles. (…) die Schauspieler halten hochpräzise das Tempo mit immer neuen szenischen Überraschungen und grotesker Akrobatik. (…) Und das ist ein Riesenspaß. Gabriella Lorenz

Münchner Merkur 24./25.05.14 "Brandstifterei" im Münchner TamS

Parabel auf Kommunismus-Angst, auf die faschistische Machtübernahme 1933 – Max Frischs „Biedermann und die Brandstifter“ (1958) erlaubt viele Deutungen. Lorenz Seibs freie Umsetzung dieses „Lehrstücks ohne Lehre“ zielt auf die gegenwärtig immer weiter auseinander gehende Schere zwischen absicherungsparanoidem Satt-Bürgertum und Prekariat. Nicht unklug. Und phänomenal, wie Ausstatterin Claudia Karpfinger der Inszenierung zugearbeitet hat. In ihrer Wohlstands-Zelle – abgedichtet von der Außenwelt, zugleich aber unter jedem Tritt unsicher schwankend! - tobt Gottlieb Biedermann und versucht Ehefrau Babette, mit hinreißendem Sex-Appeal Schmitz und Eisenring von gefährlichen Plänen abzulenken. (…) Und während Gottlieb in seiner wort-schäumenden, gestisch explodierenden Anbiederungstaktik die beiden in Schach zu halten trachtet, (...) schaut immer mal wieder Frischs „Chor der Feuerwehrleute“ vorbei: als grotesk-chaplinesker Trupp der Tatenlosigkeit.“ Malve Gradinger

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